costaricanische Kultur

Immer sponatn und immer zu spät - Das Verhältnis zur Zeit in Costa Rica.

Die Wohl grösste Umstellung, die ein Europa in Costa Rica durchmachen muss, ist die Einstellung zu Zeit, Terminen und Pünktlichkeit. Aus Deutschland bin ich es gewohnt. dass schon Drittklässler eine Verabredung mit einem Freund erstmal "im Terminkalender abchecken müssen" - etwas, was hier überhaupt nicht möglich ist. Alle Termine werden spontan festgesetzt, denn der durchschnittliche Tico plant nicht mehr als 24 Stunden im voraus. So kann es passieren, dass man um 7 Uhr morgens angerufen wird und erzählt bekommt, dass man in einer Stunde zum Strand aufbricht. Allerdings muss man einplanen, dass man auf diese Stunde, die zur Verabredung fehlt, noch einmal eine Stunde hinzurechnen muss - die Hora Tica.

In Costa Rica kommt man nie pünktlich, und die durchschnittliche Verspätung liegt bei etwa einer Stunde. Da das aber jeder weiss, gibt es damit kaum Probleme - wenn wir uns um 3pm verabreden, kommen sowieso alle erst um 4pm oder 4.30pm. Es würde aber hier niemand auf die Idee kommen, sich deswegen zu beschweren, wie das in Deutschland ja meist schon bei 10 Minuten Verspätung der Fall ist. Man lebt hier nicht wie in Europa nach der Einstellung "Zeit ist Geld", sondern eher nach dem Prinzip "Komm ich huer nicht, komm ich morgen." Ein Phänomen, was man besonders alle 3 Monate beobachten kann, wenn die Strom- und Wasserrechnungen zu bezahlen sind. Jedes Kind in Costa Rica weiss, dass man dafür 3 Monate Zeit hat, aber die gesamte Bevölkerung pilgert am letzten Tag vor Fristablauf zu den Banken. Alles wird in letzter Minute erledigt. Trotzdem ist das Leben hier auf wundersame Weise sehr viel stressfreier. Man lebt nicht unter dem ständigen Zeitdruck, arbeitet nicht immer gegen irgendeine Deadline an (denn die wird sowieso nie eingehalten). Wenn man den Bus um 10am verpasst, nimmt man eben den nächsten, und niemand beschwert sich. Eine Mentalität, die ich bewunderswert finde, und die inzwischen schon auf mich abgefärbt hab. Genau wie meine Mitschüler beginne ich jetzt auch am 10. des Monats mit meinem Schulprojekt, wenn der Abgabetermin der 5. ist. ich weiss, das ich locker noch Zeit hätte, 2mal um den Block zu laufen, wenn meine Schwester drängelt. "Wir gehen jetzt gleich". (Meistens verlassen wir das Haus etwa 1,5 Stunden nach dieser Ansage)

Aber warscheinlich ist das der Grund dafür, dass es in Costa Rica kaum die in Deutschland so berühmten "Managerkrankheiten" wie Bluthochdruck oder Magengeschwüre gibt. Das Leben verläuft einfach viel ruhiger, wenn es nicht bis in die letzte Minute durchgeplant ist. So kann man auch mal auf der Strasse mit der Nachbarin ein Schwätzchen halten, ohne dass im Hinterkopf eine Uhr tickt, die dir sagt, dass du schon wieder zu spät zu einem Termin kommst. Es kommt diese schöne Gefühl von Urlaub auf - ohne Stress, ohne Hektik, ohne Zeitdruck. Die einzige Eigenschaft, die man nicht besitzen darf, ist Ungeduld.

17.7.07 19:16, kommentieren

Möglichst viel, möglichst oft, möglichst ungesund. Costaricanische Essgewohnheiten.

Ein altes Vorurteil der AFS-Austauschschüler besagt, wer nach Costa Rica geht, müsse sich auf ArrozFrijolesSiempre (zu deutsch: Reis, Bohnen, Immer) einstellen. Eine Aussicht, die mich doch etwas beunruhigte. Seitdem ich hier bin, weiss ich, dass ich die Frage, ob das den wirklich so wäre, mit einem klaren "Jein" beantworten kann.

Auf die tradionelle Küche trifft das definitiv zu. So wird in manchen Familien so exessiz das typische Frühstück "Gallo Pinto" (schwarze Bohnen und Reis, angebraten mit Koriander, Zwiebeln und Paprika) gegessen, dass eine deutsche Austauschschülerin sogar das "Vater Unser" anzweifelte. (Sie fragte sich, ob die Costaricaner die Bitte "unser tägliches Brot gib uns heute" nicht erlicherweise in "unser tägliches Gallo Pinto gib uns heute" umändern müssten) Brot ist allerdings wirklich etwas, was man als Deutscher hier vermisst. Es gibt zwar Baguette und Toastbrot, aber die Vielfalt, mit der man sich in einer deutschen Bäckerei konfrontiert sieht, wird man hier wohl vergeblich suchen. Ausserdem wird Brot nicht als volle Mahlzeit angehen: Als ich am ersten Morgen am Frühstückstisch einfach nur Brot mit Marmelade essen wollte, blickte ich in entsetze Gesichter. "Das wäre doch kein Frühstück!" Angesichts dessen und der Marmelade hier bin ich also von dieser Angewohnheit abgewichen: dieser höllisch süsse Glibber, auf dem steht, er hätte etwas mit Obst zu tun, lässt mich jeden Morgen aufs Neue von der selbstgemachten Erdbeermarmelade meiner Mutter träumen. Das Frühstück, das als wichtigste Mahlzeit des Tages angesehen wird, hat also mit dem deutschen nichts gemein und ist wohl am ehesten mit  dem englischen zu vergleichen: neben "Gallo Pinto" findet man meist Rührei, Tortillas, gebratene Würstchen, Avocado, gebratene Kochbananen oder sogar Fleisch mit Sosse auf dem Tisch. Zum Glück wird dieses Bankett in meiner Gastfamilie aber nur am Wochenende aufgetischt, denn morgens um 6 Uhr habe ich doch ein bisschen Probleme mit dieser Fülle an Essen. Weil es meiner Gastschwester aber genauso geht, haben wir uns auf Cornflakes für das Frühstück geeinigt.

Die Ticos essen immer. Eigentlich den ganzen Tag lang. So wird also in der Schule spätestens in der ersten grosse Pause das 2. Frühstück eingenommen, dass ebenfalls nichts mit den Käsestullen zu tun hat, die ich aus Deutschland für diesen Zweck gewohnt bin. Hier ist es üblich, sich am Schulkiosk etwas warmes zu kaufen, wobei man die Auswahl zwischen Tacos, Hamburgern, Frikadellen mit Tortilla und "Empanadas" hat. Bei diesen "Empanadas" handelt es sich um gebackene Teigtaschen mit köstlicher Füllung aus Hühnchen, Kartoffeln, Käse und Schinken oder natürlich Reis oder Bohnen, von denen mein durchschnittlicher Mitschüler schonmal 3 an einem Morgen verputzt.

Zum Mittagessen wird in den meisten Familen "Casado" (zu deutsch: verheiratet) serviert, das wohl typischte Gericht in Costa Rica. Es besteht aus Reis, Bohnen, Salat oder Gemüse, Tortilla und irgendeiner Art von Fleisch, Fisch oder Hühnchen. Sonst gibt es auch die leckeren "Picadillos", eine spezielle Zubereitungsart von Kartoffeln, "Tamales", Bananenblatt gegarte Mischung aus Maismehl, Reis, Gemüse und Fleisch, oder einfach bunten, gebratenen "Arroz con..." (Reis mit....), welcher mit Hühnchen, Thunfisch, Fleisch oder Gemüse zubereitet werden kann. Was man hier also vergeblich sucht, sind die in Deutschland so beliebten Eintöpfe oder Aufläufe - das Essen hier besteht immer aus meheren verschiedenen Komponenten. Zum Mittagessen trinkt man "Fresco", frisch gemachten Fruchtsaft aus dem Obst, das gerade im Haus ist (meist aus Mango, Zitrone, Orange, Cas, Carambola, Tamarindos oder allem zusammen).

Auch zum Abenbrot wird in Costa Rica warm gegessen, und war der Einfachheit halber meist die Reste vom Mittagessen etwas umgeformt. Wenn es zum Beispiel mittags "Casado" mit Hünchen gab, wird das Abendessen wohl "Arroz con" Hühnchen sein.

Nach dem wirklichen Abendessen, also gegen 21.00 Uhr, wird oft noch eine Art Nachtisch gegessen: das kann Obst sein, frisch aus dem Garten gepflückt, Eis, Wackelpudding, gefülltes Gebäck oder "Tres Leches". Bei diesem wohl traditonellsten Nachtisch handelt es sich um die himmlische Versuchung eines Kuchens mit Kondensmilch, Milchpulver, Sahne und Karamell.

Die Ticos nehmen aus einem mir unerklärlichen Grund trotz diesem Haufen an Essen, dass sie jeden Tag verputzen, kein Garmm zu. Ein biologisches Wunder, mit dem ich leider nicht gesegnet bin. Zum Gück gibt es in Nicoya keine Busse, sodass ich sehr viel zu Fuss gehen muss. Deshalb kann ich mir diese süssen Sünden doch manchmal erlauben.

1 Kommentar 2.7.07 00:45, kommentieren

Geschlechterrollen

Wie alle lateinamerikanischen Länder ist auch Costa Rica stark vom Machismus geprägt. Das hat sich zwar durch den Einfluss der USA und Europa in den letzten 10 Jahren schon recht stark geändert, doch als Deutsche bemerke ich trotzdem relative Unterschiede.

So ist es hier normal, dass die Frauen zur Schule gehen und studieren. Doch wenn sie einmal verheiratet und schwanger sind, wird von ihnen erwartet, ab sofort ohne zu zögern Hausfrau und Muuter zu sein und die Karriere zu vergessen. Deshalb wird es auch als ganz normal angesehen, dass die Töchter ab dem 6. Lebensjahr voll im Haushalt mithelfen müssen: waschen, putzen, kochen und bügeln, um das für später zu lernen, wärend das für Jungs nicht nötig ist, weil sie ja dafür später ihre Frau haben. Sowieso haben die Söhne in den Familien viel mehr Rechte als die Töchter: sie dürfen abends in die Disko gehen, feste Freundinnen haben und auf Partys feiern, während sich das für Mädchen "nicht schickt". Allerdings muss man beachten, dass dies zum grossen Teil auch Vorsichtsmassnahmen sind, denn wenn man unverheiratet schwanger wird, kann man damit rechnen, den Vater des Kindes warscheinlich nie wieder zu sehen. Genauso ist es mit Berufen, die Frauen hier nicht ergreifen sollten, wie Feuerwehr, Polizei, Tankwart, Mechaniker oder Taxifahrer. Nach Meinung der Ticos sind alle diese Berufe gefährlich uns sollten deshalb den Männern überlassen werden.

Andererseits trifft man hier aber auch mehr als in Europa auf wahre Kavaliere: es ist hier selbstverständlich, dass man den Damen die Autotür aufmacht, sie zuerst durch die Tür gehen lässt, sie abends bis nach Hause begleitet und ihnen mit schweren Arbeiten hilft. Wenn ich zum Beispiel in der Schule meinen Stuhl nach draussen tragen will, laufen gleich von 3 Seiten männliche Klassenkameraden herbei und nehmen ihn mir ab, denn das wäre "viel zu schwer für mich".

So muss man also sehen, dass die costaricanische Kultur nicht einfach nur frauenfeindlich ist. Man denkt hier aber, dass Mann und Frau von Gott verschieden erschaffen sind, um verschiedene Aufgaben im Leben zu übernehmen.

30.6.07 18:28, kommentieren

Die Schule

Wie eigentlich alles ist die Schule hier in Costa Rica nicht mit der deutschen zu vergleichen. Man könnte sagen, dass sie sehr viel "einfacher" ist - auf allen Ebenen.

Zuerst einmal gibt es kein kompliziertes System von verschiedenen Schultypen, dass acuh noch in jedem Bundesland variiert, sondern eine einheitliche Formel für ganz Costa Rica: zuerst 6 Jahre "Primaria" oder "Escuela", was wohl etwa der Grundschule entspricht und danach 5 Jahre "Secundaria" oder "Colegio". Insgesamt macht das also 11 Jahre Schulunterricht, die alle Schüler zusammen unterrichtet werden - es gibt keine Trennung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Das ist warscheinlich auch der Grund, warum es in Costa Rica als völlig unnormal angesehen wirds, nicht mindestens einmal in der Schullaufbahn sitzen zu bleiben.

So kann es also vorkommen, dass man in einer 8. Klasse, in der die Schüler normalerweise ungefähr 13 sind, einen 17jährigen zu finden. Wann man sitzen bleibt und wann nicht ist auch einfacher gelöst als in Deutschland: Die Noten hier werden in Prozent gerechnet. Die Endnote setzt sich zusammen aus den 3 Trimester-Noten, und die setzen sich zusammen aus den Examen, der "täglichen Arbeit", den Hausaufgaben, der "Trabajo Extraclase" und der Anwesenheit. Wenn man am Ende des Jahres weniger als 75% in einem Fach bekommt, muss man das Jahr wiederholen. So weit, so einfach.

Diese 75% mögten vielleicht ziemlich hoch erscheinen, aber das Niveu, dass ich hier in der 10. Klasse erlebe, entspricht in etwa dem einer 7. Klasse in Deutschland. Die Examen sind grösstenteils Ankreuztests und die "Trabajos Extraclase", so eine Art Referate, die aber nur abgegeben und nicht vorgetragen werden müssen, werden mehr nach Schönheit als nach Inhalt benotet. So ist es ganz normal, dass die ganze Klasse den gleichen Text einreicht, weil es der erste sit, der in "Google" erscheint, wenn man das Thema eingibt. Die Mädchen haben aber unglaublich Spass daran, die Zettel mit Herzen, Stickern, Glitzerpuder oder bunten Bildchen zu verzieren, was die Note irgendwie aufbessert. ( Die Jungs bestechen meistens ihr kleinen Schwestern mit Bonbons, ihre Arbeit auch so herzurichten.)

 Der Unterricht ist nicht so frontal, wie ich erwartet hatte: Meistens schriebt der Lehrer am Anfang der Stunde 10 Fragen an die Tafel und wir finden uns in Gruppen zusammen und schreiben die Antworten aus dem Buch ab. Daneben gibt es auch erstaunlich viel Gruppenpresentationen, das heisst, dass der Lehrer 5er-Gruppen einteilt und jede Gruppe ein anderes Thema vorstellen muss, mit einem Mittel ihrer Wahl (Tafelbild, Dialog, Dramatisazion, Schaubild...) Besondern in "Estudios Sociales" (Geschichte und Erdkunde) arbieten wir viel mit dieser Methode und so schafft man es, den kompletten ertsen Weltkrieg in einer Stunde durchzunehmen. Eine Gruppe behandelt die Ursachen, eine andere den Verlauf, eine dritte die Konsequenzen. Wirklich verstehen tun meine Klassenkemaraden aber nicht, was sie da hören und erzählen. Aber für die Examen reicht es ja auch, die Dinge auswendig zu lernen. So arbeiten wir eigentlich in allen fächern, die da wären:

Mathe, Spanisch, Estudios Sociales, Cívica ( ähnlich wie Politik), Biologie, Chemie, Physik, Kunst, Musik, Sport, Psychologie, Contabilidad ( Buchhaltung), Religion und Englisch. Das ist die einzige Ausnahme, denn dort haben wir ein tatsächliches Buch, mit dem man ganz normal Aufgaben bearbeiten könnte. Könnte. Wenn man es denn könnte. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund ist es für Ticos aber unheimlich schwer, Englisch zu lernen, und so erkläre ich ihnen trot 10 jahren Unterricht jeden Tag aufs Neue, dass man an das Verb in der 3. Person Singular ein "s" anhängen muss oder wie man "Guten Moren" auf Englisch sagt. Mein Lehrer spricht zwar ziemlich gut Englisch, aber ihm fehlt die Geduld, zu erklären, weshalb ich momnetan mehr oder weniger den Englischunterricht leite.

Im allgemeinen ider der Umgang mit den Lehrern hier ganz anders, ich würde sagen, total respektlos. Man spricht sie mit "Profe" oder mit dem Vornamen an, trifft sich auch am Wochenende mit ihnen und was der Lehrer sagt, ist hier mehr ein Vorschlag als ein wirklicher Auftrag. Wenn man also keine Lust auf Unterricht hat, verlässt man in der Stunde einfach mal das Klassenzimmer, setzt sich in eine Ecke zum Schlafen oder beginnt lautstark mit dem nachbarn "Stadt, Land, Fluss" zu spielen. Die Lherer hier sind allerdings daran gewöhnt und kümmern sich nicht weiter darum. Denn sie Schule läuft hier nach dem Motto: Wer lernen will, kann lernen. Wer es nicht will, der tut es halt nicht. Einfach, aber wirksam. Denn nach einer selbstständig erschaffenen Freistunde kommen meistens alle Schüler zurück in den Klassenraum. Denn sie wissen, wenn sie keine guten Noten haben, werden sie nie aus der Armut herauskommen.

1 Kommentar 14.6.07 22:20, kommentieren

"Wilde" Tiere

Wenn man in Costa Rica auf die Strasse geht, sollte man immer darauf gefasst sein, mindestens 10 Tieren zu begegnen. Anfangs hat mir das etwas Angst gemacht, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und kümmere mich genausowenig wie die Ticos um eine Kuh im Vorgarten. Denn das kommt hier vor. Genauso wie wilde Pferde, die plötzlich die Strasse kreuzen oder Hühner, die durch den Supermarkt rennen. Und seitdem die Regenzeit eingesetzt hat, vermittelt noch etwas anderen des stetigen Eindruck, man wäre im Zoo: die wunderschönen Schmetterlinge, die man im Deutschland nur im Tropenhaus findet. Hier flattern die einfach durch die Gegend, ins Klassenzimmer, aufs Bett.... Ich bin immer total begeistert von den riesigen Grössen und den wunderschönen Mustern und will sofort meine Kamera holen, was meine Freunde seltsam finden, denn es sind doch "nur ganz normale Schmetterlinge". Sie teilen genausowenig meine Faszination für die kleinen Geckos, die Leguane oder die Kolibris, die ich im Garten beobachten kann. Zum Glück teilt meine Gastschwester aber die Abneigung gegen Schlangen und giftige Skorpione, sodass wir nach 5 Uhr nachmittags die Tür zumachen, um diese ungebetenen Gäste draussen zu behalten. Trotzdem schüttel ich meine Schuhe nach wie vor zweimal aus, bevor ich sie anziehe, denn auf einen Skorpionbiss kann ich gut verzichten - ich hatte nicht geplant, dass schöne Krankenhaus von Nicoya von innen zu sehen. Da sind mir die Schwetterlinge doch lieber. 

1 Kommentar 6.6.07 21:45, kommentieren

Einige seltsame Fakten über das Leben in Costa Rica

- Es gibt hier kein Duschgel, sondern nur Seife.

- Spüli gibt es dafür am Stück, wie so eine Art Butter.

- Man kauft nicht einmal in der Woche alles ein, sondern jeden Tag das, was man für einen Tag braucht.

- Man siezt hier alle, bis zum Haustier (am Anfang schon etwas seltsam, wenn man zum Hund sagt: Verlassen sie das Wohnzimmer, sie haben nasse Pfoten! ).

- An jeder Ecke gibt es einen Tante-Emma-Laden, eine Pulperia, in der man täglichen Bedarf wie Milch, Brot, Seife, Obst, Müllsäcke oder Süssigkeiten kauft (in die man dementsprechend auch jeden Tag geht).

- Man isst hier meistens ohne Messer, nur mit der Gabel. Wenn es also Fleisch gibt, wird das aufgespiesst und "abgenagt". Etwas gewöhnungsbedüftig.

- Es gibt zu jedem warmen Essen Reis, auch wenn es Kartoffeln, Nudeln oder Kartoffelpüree gibt.

- Man spricht Lehrer hier nicht mit dem namen an wie in Deutschland, sondern einfach mit "Profesor" oder "Profe" (deshalb kann ich bis heute noch niemandem sagen, wer meine Lehrer sind - ich kenn die Namen noch nicht.), Onkel und Taten mit "Tio" und "Tia" (was einfach Onkel und Tante heisst.)

- Geschenkpapier ist hier unbekannt - man steckt die Geburtstagsgeschenke hier in riesige, kitschige Tüten mit Motiven drauf, die meist genausoviel kosten wie das Geschenk selber.

- Alles, was man hier kaufen kann, "duftet" nach irgendetwas (Vanille, Erdbeeer, Fruchtcocktail oder so) - von Cremes über Schuhputzmitel und Spüli bis hin zu Antimückenlotion.

- Die Ticos leiden unter einem zwanghaften Verkleinerungstick, das heisst, sie hängen an jedes wort eine Verniedlichungssilbe an. (Beispiel: Cuando mi hermanita está solita en la casita en la mañanita siempe se levanta tempranito. Heisst etwa: wenn mein Schwesterchen morgenschen alleinchen im Häuschen ist, steht sie früchen auf)

- Zur Begrüssung schüttelt man sich hier nicht die Hand, sondern gibt sich ein Küsschen auf die rechte Wange (2 Männer klpofen sich allerdings auf die Schulter)

- Das Toilettenpapier wird auf Grund der dünnen Abflussrohre nicht in die Toilette, sondern in einen beistehenden Mülleimer entsorgt.

1 Kommentar 30.5.07 22:01, kommentieren