Mi familia (meine Gastfamilie)

Am 13.02.02 lernte ich dann also meine Gastfamile wirklich kennen. Zum Glück hatte sich in den 2 Wochen mit esteban mein Spanisch enorm verbessert, sodass ich mich dieses mal mit ihnen mehr oder weniger verständigen konnte. Im Auto wurden erstmal ein paar Basisfragen geklärt (wie der urlaub war, wie es mir geht, wer wie heisst...) und ich war eigentlich höchst zufrieden. Doch dann kam der Schock, als wir aus dem Auto stiegen. Das Haus ist winzig! Wenn man die Tür aufmacht, steht man sofort im Wohnzimmer, vo dort aus geht man in die Küche, die mehr wie ein Flur aussieht und nach draussen auf die Terasse führt. Ausserdem gibt es noch ein badezimmer von 4 Quadratmetern, das Zimmer meiner Gasteltern, dass meines Bruders und mein Zimmer, dass ich mir mit meiner Schwester teile. Besonders das war ein Schock: ein Hochbett und ein Regal. Sonst nichts. (das Zimmer hat ja auch nur 6 Quadratmeter) So kam es, dass ich die erste nacht in "meinem Bett" ziemlich tarurig einschlief und eigentlich viel lieber wieder nach Deutschland wollte.

Das hat sich aber innerhalb von 2 Tagen komplett geändert, dank meiner wirklich tollen Gastfamilie. Mein Gastvater heisst Jorge und glaub ich 52 Jahre alt. Er ist Tierarzt und hat eine Praxis im Zentrum von Nicoya, 5 Minuten mit dem Auto entfernt. Meine Gastmutter heisst Rosa Virginia, zieht es aber vor, Vicky genannt zu werden. Sie ist glab ich 48 Jahre alt und Richterin. (Mit dem Alter bin ich bei den 2 nicht ganz sicher, weil die Angaben von AFS nicht immer stimmen). Ausserdem hab ich noch einen Bruder, Jorge, der 19 ist und meine Schwester Sandra Markela, die aber nur Markela genannt werden will, 15 Jahre. Jorge studiert schon (Tourismus) und ist deshlab wenig zuhause, obwohl er nich hier wohnt. Markela geht mit mir in eine Klasse und sit auch sonst meine grosse Unterstützung in allem. Sie nimmt mich immer mit, wenn sie etwas mit Freunden unternimmt, hat mich in ihrer Tanzgruppe mit angemeldet und hat mir besonders die ersten Tage in der Schule sehr geholfen. Sie ist also nicht nur meine Schwester, sondern auch sowas wie meine beste Freundin. Mein Gastvater hat in Tschechien studiert und weiss deshalb sehr viel über das Leben in Europa - auch das hilft mir sehr. Er ist immer sehr bmüht, mir die costaricanische Kultur zu zeigen und zu erklären.

Ich fühle mich in meiner Famile schon fast vollkommen integriert, obwohl ich erst 3 Monate hier lebe. Ich glaube, ich werde wirklich so behandelt, wie die "richtigen" Kinder  der Famile, hab die gleichen Rechte (zb. unter der Woche bis 21.30 Uhr wegbleiben, am Wochenende nach Verhandlung) und die gleichen Pflichten (meine Sachen waschen und bügeln, fegen, wischen, beim Kochen helfen, Schildkröten füttern). Ausserdem ist meine Familie sehr "aufmerksam" - wenn sie sehen, dass mir etwas gut schmeckt oder gefällt, kann ich sicher sein, dass wir das bald wieder machen.

Alles in allem habe ich also die perfekte Familie erwischt - das einzige, was mir noch ein bisschen Probleme macht, sind die Anreden bei uns. In meiner Familie wird niemand mit dem Vornamen ansprochen, das heisst sowohl mein Bruder also auch meine Schwester und mein Gastvater rufen meine Gastmutter mit "Mamá" und dementsprechend meine Gastvater mit "papá". Wir Kinder  werden mit "Niño" (eigentlich: kleiner Junge) und "Niña" (kleines Mädchen) gerufen, was am Anfang für einige Verwirrung gesorgt hat, weil ich mich nie angesprochen gefühlt hab. Nach wie vor bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich meine Gasteltern nennen soll. Sie sagen, dass soll ich selbst entscheiden und erst "mamá y papá" sagen, wenn ich soweit bin. Ich denke also, das wird die Zeit entscheiden.

22.5.07 23:28

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