Ankunft in Costa Rica

Nach fast einem Jahr Vorbereitung war es dann am 02.02.07 endlich soweit: Es geht los!

Am Flughafen ging alles ganz schnell, und ehe ich es richtig bemerkt hatte, sass ich schon im Flieger nach Madrid. Zum Glück hatte ich einen Fensterplatz ergattert und so konnte ich noch einen letzten Blick auf Deutschland, meine "Heimat" werfen, bevor ich mich für ein Jahr von ihr verabschieden musste. In Madrid angekommen, bekamen ich du die andern 17 deutschen AFSler dann schon einmal einen Vorgeschmack darauf, was es heisst, plötzlich auf sich allein gestellt zu sein. Ein Terminalwechsel in 2 Stunden in einem riesigen Flughafen war unsere erste Bewährungsprobe, die wir aber zum Glück mit einigen Panikattacken und viel Gerenne gemeistert haben. Als wir dann endlich im Flugzeug nach San José sassen, fingen wir erst so richtig an zu begreifen, auf was wir uns da eigentlich eingelassen haben, und so manch einer wünschte sich, er hätte sich ordentlich zu hause verabschiedet. Aber dafür war es jetzt zu spät und so versuchten wir, unsere Gedanken in den 14 Stunden Flug so positiv wie möglich nach vorne zu richten.

Im Flughafen wurden wir dann vom AFS-Personal in Empfang genommen und die Soregn und Ängste der letzten 14 Stunden waren wie weggeblasen: Wer einmal die untergehende Sonne über der Skyline von San José gesehen hat, versteht, warum. Wir hatten aber nicht viel Zeit, das Bild zu geniessen, denn mit für Latinos ungewohnter Hektik ging es auf ins Arrival-Camp. Dort verbrachten wir 2 Tage mit den Austauschschülern aus der ganzen Welt und wurden auf Themen wie Schule, Kultur, Essen oder Familie vorbereitet. Und das war auch das grösste Thema unter uns AFSlern: Die Gastfamilien. Wie sich herausstellte, waren meine Informationen extrem dürftig ausgefallen: ich hatte weder Fotos noch einen Brief noch eine detallierte Beschreibung erhalten. Das war allerdings mein geringstes Problem, denn ganz offensichtlcih war meine Gastfamilie im Urlaub und AFS hatte sich nicht um eine Übergangsfamilie gekümmert. Das ständige "Don`t worry, don`t worry, DON`T WORRY!!!!!!!!" der Betreuer haben bei mir eher das Gegenteil bewirkt, und als ich dann als einzige keinen Bogen mit genaueren Infos über die Familie bekommen habe, dachte ich schon, ich müsste unter irgendeiner Brücke schlafen. Glücklicherweise hat sich dann aber doch noch alles zum Guten gewendet und mir wurde gesagt, ich hätte auf jeden Fall einen Platz zum schlafen für die ersten 2 Wochen.

Etwas beruhigt ging es dann also vom Camp in Heredia auf nach Nicoya, meiner neuen Heimat für ein Jahr. Mit jeden Meter, denn wir das Gebirge runterfuhren, wurde es ein Gard wärmer, und während ich im Camp in der Nacht noch gefohren hatte, wurde mir im Bus klar, dass Guanacaste wirklich Costa Ricas heisseste Provinz ist. In Nicoya angekommen wurden ich und die 3 anderen Austauschschüler ganz nett vom Komite-Personal begrüsst und ich konnte meine Gastfamile sogar noch kurz treffen. Leider war ich so müde, dass ich fast kein Wort Spanisch herausbrachte und habe so glaub ich einen ziemlich komischen ersten Eindruck hinterlassen. Während meine Gastfamile sich in dieser nacht also auf den Weg in den Urlaub nach San Andrés, Kolumbien machte, verbrachte ich meine erste Nacht in Costa Rica im Haus eines AFS-Freiwilligen.

Wieder Erwarten stellte sich das als wahrer Segen heraus, denn dieser hatte 2005 als AFSler in Deutschland verbracht und war mir so eine grosse Hilfe im Dolmetschen und beim Erklären der doch recht anderen Kultur. So lebte ich also 2 Wochen im Haus von Esteban, und hatte in dieser zeit immer noch nicht so richtig realiziert, dass ich erst im nächsten jahr wieder "nach hause" fahren würde. Wie unternahmen viel zusammen, waren bei Konzerten und am Strand und irgendwie fühlte sich das ganze mehr nach Urlaub an. Aber am 13.02.07 klingelte dann das Telefon und mein Gastvater kundigte an, dass er mich in 2 Stunden abholen kommt. Also fing ich an meinen Koffer wieder zu packen und da wurde mir klar: Jetzt geht es richtig los. 

22.5.07 23:26

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